Radsport & Urologie

Wir haben mit Dr. Daniele Porru, Facharzt für Urologie am Polyklinikum S. Matteo in Pavia, gesprochen, um mehr über die Verbindung zwischen intensiver Fahrradnutzung und der Gesundheit der Harnwege zu erfahren.

 

Die Verbindung zwischen Urologie und Radsport ist ein Thema, das bisher in der wissenschaftlichen Literatur noch wenig behandelt wurde. Es gibt allerdings mehrere Studien, in denen Störungen im Genitalbereich und den Harnwegen bei Männern wie auch bei Frauen untersucht wurden, um festzustellen, ob ein Zusammenhang besteht mit dem Druck, der durch die Sattelberührung auf den Damm ausgeübt wird.

Um allen Missverständnissen sofort vorzubeugen, betonen wir, dass Radfahren eine in jeder Hinsicht gesunde Tätigkeit ist und eine wertvolle Betätigung für die Atemwege, das Herz-Kreislauf- und das Muskel-Skelett-System darstellt.

Was die Beziehung dieses Sports zur urologischen Sphäre angeht, muss man zunächst bedenken, wie die Innervation des Damm-Hautbereichs aufgebaut ist.

Der Pudendusnerv, der aus sowohl motorischen als auch sensorischen Fasern besteht und deshalb als gemischter Nerv bezeichnet wird, verzweigt sich im hinteren Dammbereich ebenso wie im vorderen und gelangt bis zu den äußeren Geschlechtsorganen.

Wenn dieser Nerv zu stark komprimiert wird oder ständige Mikrotraumata erleidet, kann dies zu Kribbeln und verringerter Empfindlichkeit im Beckenbereich führen. Dabei kann ein störendes Gefühl an den Schambeinknochen auftreten.
Und welche Rolle spielt das Radfahren dabei?

Um dies zu beantworten, muss man die Sattelstruktur und den Aufbau der Schambeinknochen berücksichtigen, der von Mensch zu Mensch verschieden sein kann. Dazu kommen natürlich Aspekte wie Körpergewicht und Sitzposition, die sich verschieden auf die Dammgewebe auswirken können.

Aus den vorliegenden Studien kann man entnehmen, dass die Sattelstruktur in jedem Fall eine erhebliche Bedeutung hat.

Laut Statistiken scheint zwar eine mehr oder weniger dicke Polsterung keinen Einfluss zu haben, aber die Größe und vor allem die Form des Sattels können einen Unterschied ausmachen.
Ein Sattel in der richtigen Größe im Verhältnis zur Beckenbreite, noch dazu mit der zentralen Aussparung zur „Entlastung“, garantiert einen korrekten Sitz mit „gleicher“ Verteilung des Körpergewichts auf die beiden Sitzbeinknochen, so dass der Dammbereich weniger komprimiert wird.

Ganz klar haben die wissenschaftlichen Studien bewiesen, dass ein statistisch bedeutender Unterschied bei der Auswirkung der Störungen zwischen den so geformten Sätteln und den traditionellen Modellen besteht.

 

Muss man sich bei eventuellen Beschwerden Sorgen machen? Ein paar Tipps?

Generell handelt es sich um vorübergehende, reversible Probleme; wenn sie chronisch werden, deutet dies darauf hin, dass eine Veranlagung besteht oder ein anderer unterschwelliger Risikofaktor mitwirkt. In diesem Fall stellt der Radsport nur das auslösende Element dar, und man sollte sich an einen Facharzt wenden, um sich beraten zu lassen.

Konformation von Becken oder Wirbelsäule, Asymmetrie der Glieder, frühere Traumata im Beckenbereich oder der Kreuz-Steißbeingegend – dies alles sind Probleme, die zum Auftreten von Beschwerden beitragen können und die man daher untersuchen sollte.

Ein praktischer, vernünftiger Rat ist in jedem Fall, aufmerksam die Körpereindrücke zu beurteilen, die man von den ersten Kilometern der Tour an fühlt. Eventuell sollte man berücksichtigen, nach wie langer Zeit die Symptome auftreten. Mit anderen Worten, es ist ein Unterschied, ob man nach einem Cutoff von einer Stunde oder erst nach einem halben Tag im Sattel Beschwerden spürt. In jedem Fall ist es besser, die Aktivität zu unterbrechen, wenn man Beschwerden spürt, und anschließend die „Strategie“ zu ändern und einen Sattel zu nutzen, der für den eigenen Körperbau besser geeignet ist.
In jedem Fall besteht kein Anlass zu Alarmismus: Man sollte sich über Symptome keine Sorgen machen. In diesem Fällen sollte der Sport nicht ausgeschlossen, sondern individuell angepasst werden, sozusagen „nach Maß“, um seine vielen Vorteile nicht zu beeinträchtigen.

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Problemi di urologia e ciclismo | Salute in sella – Selle Italia
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Problemi di urologia e ciclismo | Salute in sella – Selle Italia
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Abbiamo incontrato il Dott. Daniele Porru, Urologo Specialista presso il Policlinico S. Matteo di Pavia, per approfondire la questione del legame tra un utilizzo intenso della bicicletta e la salute delle vie urinarie.
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