Vier Irre typen (All American Boys)

Einer der ganz wenigen Filme, die je über den Radsport gedreht wurden: lustig, ironisch und ketzerisch. Ein Muss für Fans, denn er versteht es, auch die Gefühle der Fahrradliebhaber anzusprechen.

Ende der 70er Jahre. Amerika auf dem Fahrrad. Die Passion für den Radsport als Metapher für innere Reifung, ein Coming-of-Age-Film „auf dem Sattel“, der mitreißt und unterhält.

Die Hauptperson ist Dave, ein Abiturent aus bescheidender Familie in Michigan, der zusammen mit seinen drei engsten Freunden – Cyril, Mike und Moocher – die Zeit verbummelt, denn sie sind überzeugt, dass sie keine Aussicht haben, sich am College einzuschreiben. Der Sommer schleppt sich langsam dahin mit Baden im Baggersee, Streit mit den Studenten der „besseren“ Gesellschaft, flüchtigen Liebesgeschichten und vor allem: langen Radtouren.
Denn gerade Dave ist praktisch besessen vom Fahrrad und von der italienischen Kultur, so dass er oft italienische Ausdrücke verwendet, ständig Opern hört und sich sogar als gebürtiger Italiener ausgibt, um die schöne Kathy zu erobern.

Unvermeidlich ist der Streit mit seinem Vater, einem früheren Steinmetz. Er versucht vergeblich, seinen Sohn in die Realität der Provinz zurückzuholen, wo das Leben schon von sich aus hart genug ist und nicht mit zukunftslosen Träumen komplizierter gemacht werden sollte.

Für Dave ist nämlich das Fahrrad das Mittel, um einer Sicherheit und einem Glück hinterherzujagen, die er als unerreichbar empfindet – es ist seine Art, den Reifeprozess zu „verweigern“. Dieser kommt dann doch in Form des Radsportteams Cinzano, das für ein Rennen in Amerika ist. Dave schafft es, auch daran teilzunehmen. Doch die Enttäuschung des Jungen ist groß, als die italienischen Profis ihn wörtlich von der Straße drängen, weil er schneller ist als sie.

Nach der unvermeidlichen Identitäts- und Motivationskrise findet Dave den Anreiz, sich zusammen mit seinen Freunden bei der „Little 500“ einzuschreiben, dem berühmten Staffelrennen, das jedes Jahr an der Universität Indiana ausgetragen wird und an dem auch die „verhassten“ Studenten teilnehmen.

… Das Finale verraten wir natürlich nicht.

Der Film hat ein gewisses Alter, fast 40 Jahre, aber man merkt es ihm nicht an. Er ist heute fast ein Geheimtipp, den alle Radliebhaber mindestens einmal gesehen haben sollten, aber im Fernsehen wird er praktisch nie gezeigt. Daher der Tipp: Wenn ihr ihn noch nie gesehen habt, sucht ihn. Dazu gibt es heute genug Möglichkeiten.

Ein Hinweis am Rande: Denkwürdig ist die Szene der rasenden Verfolgungsjagd von Dave und dem Truck auf dem Highway auf dem Sattel seines Masi Gran Criterium mit der Schaltgruppe Campagnolo Record.

Der unangefochtene, absolute Hauptdarsteller des Films! Oscar-reif.

 

Vier irre Typen – Wir schaffen alle, uns schafft keiner (1979)
Originaltitel: Breaking Away

Von Peter Yates.

Mit Dennis Christopher, Dennis Quaid, Daniel Stern, Paul Dooley, Barbara Barrie, Robin Douglas.

 

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