Ladies & Bike

Wie ist das Leben im Sattel für eine junge Radsportlerin?

Die Frauen des belgischen Profi-Frauenteams Lensworld-Kuota haben uns ein paar Fragen beantwortet und interessante Details darüber erzählt, wie eine Frau einen so anstrengenden Sport sieht.

 

 

Wie entsteht bei einem Mädchen die Leidenschaft für einen so harten Sport?

 

Maaike Polspoel – Belgien

Bei mir war es Zufall. Am Anfang nahm ich das Rad als Training für andere Sportarten, dann habe ich versucht, an einem Rennen teilzunehmen. Das war wirklich toll, und seitdem bin ich Radsportlerin!

Kaat Hannes – Belgien

Bei mir lag es in der Familie … Mein Vater und mein Bruder waren Radler, und ich wollte in ihre Fußstapfen treten.

Nathalie Verschelden – Belgien

Als Kind war ich oft bei meinem Opa, der ein großer Radsportfan war. Er nahm mich zu vielen Rennen mit. Und natürlich hat er mich angesteckt. Seitdem bedeutet das Fahrrad für mich ausschließlich Wettkampf.

Alice Maria Arzuffi – Italien

Ich habe mit 11 Jahren mit dem Radsport angefangen, und seitdem bin ich nur meiner Leidenschaft gefolgt und habe mein ganzes Leben rund um diese Welt aufgebaut.

 

Welche Schwierigkeiten waren am Anfang hauptsächlich zu überwinden?

 

Nathalie Verschelden

Der körperliche Aspekt zweifellos. Als ich anfing, hatte ich keine Erfahrung mit Trainingsplänen, Sporternährung usw., und ich musste schnell lernen. Erst als ich diese Phase überwunden hatte, wurde mir klar, wie viel im Radsport der geistige Aspekt und die Entschlossenheit zählen.

Maaike Polspoel

Wenn du Erfolge erreichen willst, musst du immer die besten Materialien haben, und am Anfang musst du dir alles kaufen … Dann ist eine gute, häufige Wartung ganz wichtig … Radsport ist teuer!

 

Welche Opfer verlangt das Leben als Radrennfahrerin?

 

Alice Maria Arzuffi

Wie in jedem anderen Sport musst du auch Opfer bringen, wenn du Erfolg haben willst.

Es ist sicher nicht einfach, einen Freund zu haben, wenn du immer in der Welt unterwegs bist, um Rennen zu fahren. Aber das Leben als Radsportlerin dauert ja nicht ewig.

Maaike Polspoel

Wenn du deinen Sport wirklich liebst, spürst du die Opfer gar nicht. Du denkst nur daran, dein Bestes zu geben. Radfahren ist das, was ich am liebsten mache, und alles andere zählt im Moment nicht.

Kaat Hannes

Ich muss immer aufpassen, was ich esse, und vor allem darf ich es mit der Schokolade nicht übertreiben … Und dann fehlen mir die Feste mit Freunden.

Nathalie Verschelden

Die Ernährung kann am Anfang hart sein, aber dann lernst du sie zu schätzen, und ich freue ich mich jetzt, wenn ich mich fit fühle. Es ist auch schwer, die Familie so viel zu sehen, wie du möchtest. Aber andererseits ist das ständige Reisen auch eine Möglichkeit zu lernen, die wahren Freunde zu erkennen.

 

Sprechen wir von den Wettkämpfen: Welches ist dein Lieblingsrennen?

 

Kaat Hannes

Ich kann natürlich nur sagen die Landesmeisterschaft, weil ich sie gerade gewonnen habe … aber tatsächlich mag ich die klassischen Rennen sehr, vor allem das Amstel Gold Race mit seinen engen Straßen, die ich in- und auswendig kenne.

Maaike Polspoel

Wenn ich mich entscheiden soll, sage ich Strade Bianche: ein wirklich episches Rennen mit seinen Feldwegen und der wunderbaren Landschaft, und dazu der tollste Zieleinlauf der Welt: Piazza del Campo in Siena!

Nathalie Verschelden

Dies ist mein erstes Jahr in einem UCI-Team und ich kenne die großen Rennen noch nicht alle so gut, aber natürlich habe ich große Erwartungen an die Europa- und Weltmeisterschaften, und ich muss sagen, auch der Giro Rosa klingt für mich vielversprechend …

Alice Maria Arzuffi

Einer für alle: der Giro Rosa!

 

Wie viele Stunden verbringst du jeden Tag auf dem Sattel?

 

Maaike Polspoel

Das ist ganz verschieden, je nach Training. Das geht von 2 Stunden Lockerungstraining über 3 oder 4 Stunden für ein intensiveres Training bis zu 6 Stunden beim Ausdauertraining.

Kaat Hannes

Im Durchschnitt 17-18 Stunden in der Woche, ich würde sagen 1 bis 5 Stunden am Tag.

Nathalie Verschelden

Für ein Lockerungstraining reichen 1 bis 1,5 Stunden, aber für ein gezieltes Langstreckentraining werden es auch über 5 Stunden.

Alice Maria Arzuffi

Das kommt drauf an, sagen wir von anderthalb bis 5 Stunden.

 

Welche Eigenschaften sind dir beim Sattel besonders wichtig?

 

Alice Maria Arzuffi

Jede Frau hat ihren individuellen Körperbau, und man muss den Sattel finden, der sich dem am besten anpasst. Ich zum Beispiel fühle mich am wohlsten, wenn der Sattel hinten breiter ist.

Maaike Polspoel

Ich persönlich bevorzuge es, wenn der Sattel ziemlich breit und kaum gepolstert ist. Mit zu weichen Sätteln komme ich nicht gut zurecht.

Nathalie Verschelden

Der ideale Sattel muss sich der Beckenbreite anpassen. Er muss komfortabel und leicht sein, aber für mich ist auch die zentrale Aussparung wichtig, die den Druck entlastet.

 

 

Wie viele Satteltypen verwendest du in einer Saison?

 

Kaat Hannes

Beim Straßenrad habe ich mich mit dem Novus sofort wohl gefühlt, während ich für die Zeitrennen den Kronos Tekno Flow verwende, ebenfalls von Selle Italia, denn damit kann ich auch in der aerodynamischen Position gut treten.

Maaike Polspoel

Ich persönlich verwende zwei Satteltypen. Auf dem Straßenrad habe ich den Novus S Flow von Selle Italia montiert, der für alle Rennen perfekt ist, sowohl in der Ebene als auch am Berg.

Auf dem Zeitfahrrad fühle ich mich dagegen mit dem SLR Tri Gel am wohlsten: Er ist sehr bequem und ich kann beste Leistungen bringen.

Nathalie Verschelden

Den SLR Superflow S für Straßenrennen und den Kronos Tekno Flow für Zeitrennen. Beide ermöglichen mir, in den verschiedenen Situationen am meisten Kraft auszuüben.

 

Wie groß ist der Einfluss des Sattels auf die Leistung?

 

Maaike Polspoel
Der Sattel ist ganz wesentlich: Er stellt die Verbindung zwischen dem oberen und dem unteren Teil des Körpers dar. Er muss in jeder Hinsicht perfekt sein, sonst ist es unmöglich, Rennen auf hohem Niveau zu fahren.

Alice Maria Arzuffi

Mit einem guten Sattel kann man der Trittbewegung mehr Kraft verleihen, und deshalb ist es klar, dass er nie Störungen oder Schmerz beim Krafteinsatz verursachen darf.

Nathalie Verschelden

Sehr groß. Wir verbringen wirklich viel Zeit auf dem Sattel, und wenn man sich nicht wohl fühlt oder es nicht gelingt, eine bequeme Sitzposition zu finden, hat man natürlich Schwierigkeiten, die beste Performance zu erreichen.

 

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