Venetien

Die Auffahrten des Giro 100: Der Monte Grappa ab Caupo

Start

Caupo (Provinz Belluno)

Ziel

Cima Grappa (Provinz Treviso)

Länge

29km

Höhenunterschied

1.540 Meter

Maximalhöhe

1.620 Meter

Maximale Steigung

12%

Durchschnittliche Steigung

6%

Samstag, 27. Mai 2017, die vorletzte Etappe des Giro 100 verlief über den Gipfel des Monte Grappa, den historischen Schauplatz des Ersten Weltkriegs, auf dem sich heute eine der größten Gedenkstätten dieses Konflikts befindet.

 

Kolossal und einsam steht er in einem Gebiet, wo Radfahren einer Religion gleichkommt (der Sitz von Selle Italia ist weniger als 30 km entfernt): der Grappa-Gipfel war die letzte Widrigkeit der hundertsten Ausgabe des Giro d’Italia, den schließlich der Holländer Tom Dumoulin gewann.

Der Monte Grappa kann über 5 verschiedene Wege bestiegen werden, wobei die Auffahrt von Caupo, welche für die 20. Etappe des Giro Rosa 2017 (Straßenrennen der Damen) gewählt wurde, zwar nicht die schwierigste, aber bestimmt die meistbefahrene ist.

Auch wenn die Auffahrt aufgrund ihrer Länge und ihres Höhenunterschieds (29 km und 1.500 m) sehr anspruchsvoll ist, ist sie doch nie wirklich grausam und bis zum Gipfel ohne Absteigen zu schaffen, auch dank verschiedener Abschnitte mit Gefälle, die die Kletterpartie versüßen.

Die Auffahrt

Die Auffahrt beginnt kurz nach dem Ort Caupo mit einer sehr regelmäßigen Steigung von zirka 8 % mit nur einer „gemeinen“ Haarnadelkurve mit 12 % Steigung. Die recht dichte Vegetation hilft auf diesem ersten Abschnitt, indem sie Schatten und Kühle spendet.

Die folgenden 5 km sind nicht schwierig und schlängeln sich auf halber Höhe am Hang entlang. Der folgende 8 km lange Abschnitt ist vielleicht der tückischste, sicherlich jedoch der vielfältigste, mit unvermittelten Steigungen mit bis zu 12 %, im Wechsel mit langen falschen Ebenen und sogar einer Abfahrt von ein paar Kilometern, die zum 1.400 Meter hoch gelegenen Ort Forcelletto führt.

Der letzte, nicht allzu schwierige Abschnitt (max. 7 %) führt auf die 1.620 Meter, bevor man zirka 100 m wieder hinabfährt und die letzten ziemlich anstrengenden 2 km in Angriff nimmt, die durch eine eindrucksvolle Mondlandschaft zum Gipfel führt. Insgesamt eine anspruchsvolle Auffahrt, die in gewisser Weise an den französischen Ventoux erinnert.

Der große Krieg

Natürlich kann man nicht hier ankommen, ohne einen Blick auf die Gedenkstätte für die fast 13.000 italienischen Soldaten zu werfen, die im Ersten Weltkrieg auf diesem Berg in drei blutigen und siegreichen Schlachten gegen die Österreicher gefallen sind.

Zur Verdeutlichung der historischen Bedeutung dieses Kriegsschauplatzes geben wir hier einen kurzen Text von der Website des italienischen Verteidigungsministeriums wieder: „Mit dem Einbrechen der italienischen Front in Caporetto wurde der Monte Grappa zur vordersten Frontlinie des Bergabschnitts zwischen Brenta und Piave. Die italienischen Truppen erreichten den Grappa nach einem dramatischen Rückzug in einem Zustand völliger Erschöpfung, aber sie rafften sich auf, eine neue Verteidigungsgrenze aufzubauen. Die Eroberung des Grappa hätte es Österreich-Ungarn ermöglicht, die venetische Ebene einzunehmen.“

 

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